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  • Wilma Hartenfels

Resilienz - Die Fähigkeit, im Auge des Sturms zu stehen und die Stille wahrzunehmen

Ich bin der Überzeugung, dass jeder Mensch mit einem zentralen Entwicklungsthema geboren wurde. Ein Thema, dass sich immer wieder zeigt, egal wie viel man daran arbeitet. Ein Thema, das einen zwingt, innezuhalten, näher hinzuschauen und sich dadurch immer weiterzuentwickeln.

Mein zentrales Entwicklungsthema ist das Thema 'Überlastung'. Ich habe die starke Tendenz dazu, immer zu viele Projekte gleichzeitig zu starten und irgendwann an einen Punkt zu kommen, wo es mir zu viel wird. Die gute Nachricht: Ich kenne dieses Muster. Ich kenne die Anzeichen. Und deshalb weiß ich auch ganz genau, was zu tun ist, wenn es wieder so weit ist.

Auch wenn das zentrale Entwicklungsthema bei jedem ein anderes ist, so kommt doch jeder in der heutigen Zeit irgendwann an den Punkt, überlastet zu sein. Denn die Flut der Informationen und die Geschwindigkeit des Wandels nimmt immer mehr zu. Und was braucht der Mensch in dieser Zeit? Resilienz!

Resilienz kommt aus dem Lateinischen und kann als 'psychische Widerstandsfähigkeit' übersetzt werden. Das Gegenteil von Resilienz ist die Vulnerabilität oder auch 'Verletzlichkeit'. Während es für mich nie das Ziel war, alles an mir abprallen zu lassen und meine Verletzlichkeit vollständig zu eliminieren (sie unterscheidet uns Menschen schließlich von den Maschinen), so war es mir doch wichtig, meine Lebensqualität zu erhöhen und einen besseren Umgang mit belastenden, stressigen Situationen zu finden.

Doch wie wird man resilienter? Da ist natürlich jeder Mensch anders, aber hier sind ein paar Inspirationen, was mir in solchen Situationen hilft:

  • Erkenne die Zeichen: Ist Dein Nacken verspannt, macht sich Kopfschmerz breit, fühlt sich Dein Kopf zu voll an und bist Du schnell genervt? Nimm Dir jeden Tag mittags und abends 5 Minuten Zeit, fühle Deinen Körper, beobachte Deine Gedanken und frage Dich: 'Wie geht es mir gerade?'

  • Entspanne Dich: Erkennst Du die Anzeichen einer Überlastung, nimm Dir bewusst 10 Minuten Pause, setz Dich hin und konzentriere Dich auf Deinen Atem. Gehe gedanklich durch Deine Körperteile und entspanne jedes einzelne von ihnen.

  • Male den Teufel an die Wand: Setz Dich hin und schreibe auf 'Was ist das Schlimmste, was passieren kann, wenn ich Projekt xy vor die Wand fahre oder xy passiert?' Frage Dich mindestens 5 Mal: 'Und was passiert dann?' bis Du an den tieferliegenden Kern Deiner Angst kommst (z.B. 'alle denken, ich bin unfähig, ich bekomme keine Aufträge mehr und lande unter der Brücke). Frage Dich im Anschluss: Wie realistisch ist das? Und: Was kann ich tun, um aus der Situation zu kommen (z.B. welche Fähigkeiten würden mir helfen) und wer würde mir in dieser Situation zur Seite stehen?

  • Hol Dir Unterstützung: Wenn mein Kopf nicht mehr richtig funktioniert, hole ich mir Hilfe bei meiner Schwester oder lieben Kollegen, denen ich vertraue. Du musst nicht alles alleine machen! Jeder hat schwache Momente und es gibt sicher viele Menschen, die sich geehrt fühlen, wenn Du sie um Hilfe bittest, denn das gibt auch ihnen die 'Erlaubnis', sich ab und zu verletzlich zu zeigen.

  • Gönn Dir eine Auszeit: Bist Du wirklich überlastet, sag alle Termine ab, nimm Dir den Tag frei, tue Dir etwas Gutes z.B. gehe in die Natur. Gegen den seltsamen chemischen Cocktail in Deinem Kopf zu arbeiten (denn das ruft ja Deine Beschwerden hervor), macht in dem Moment keinen Sinn. Ich weiß, das ist manchmal schwer, aber überlege mal, wieviel besser Deine Leistung ist, wenn Du Dich auf der Höhe fühlst. Ich für meinen Teil brauche dann noch nicht mal die Hälfte der Zeit für meine Arbeit und bin viel kreativer.

Twin-Tipp: Gehe auch gerne humorvoll an die Übung 'Mal den Teufel an die Wand' heran und übertreibe Deine Gedanken, so dass Du selbst über Dich lachen kannst. Humor ist die beste Methode, um sich zu entspannen :-)



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