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  • AutorenbildAnne Koch

Die Vogelperspektive – Überblick gewinnen mit Ecosystemic Mapping


Manchmal wäre ich gerne ein Vogel. Ich könnte alles besser überschauen. Meine Perspektive würde sich verändern. Zuvor verborgene Muster und Strukturen wären erkennbar. UND der Überblick würde mir helfen, mich nicht direkt im Detail zu verlieren, sondern das zu sehen, was wirklich wichtig ist.

Ich gebe zu, die Vogelperspektive zu wahren, fällt mir schwerer und schwerer. Alles scheint verwoben. Jede Entscheidung hat Auswirkungen auf unterschiedliche Lebensbereiche. Die Frage kommt in mir immer häufiger auf: Wie kann ich mein Leben gestalten, ohne mich selbst zu verlieren? Wo sind die "Akupunkturpunkte", die wirklich etwas verändern?

Eine endgültige Antwort habe ich noch nicht gefunden, aber im Rahmen der "Regenerative Leadership Journey" von Laura Storm (siehe unser Blogpost "Wintering") bin ich auf ein Tool gestoßen, das die Realität zumindest ein wenig greifbarer macht und den Blick weitet: die Ecosystemic Map.

In der heutigen vernetzten Welt ist es für Unternehmen, Organisationen und auch Einzelpersonen von ganz entscheidender Bedeutung, ihre Umgebung umfassend zu verstehen. Ecosystemic Mapping, auch bekannt als "ökosystemische Kartierung", ist dabei eine gute Methode, um die verschiedenen Akteure, Beziehungen und Wechselwirkungen innerhalb eines Systems visuell darzustellen.

Siehe hier zwei Beispiele für eine Ecosystemic Map aus dem organisationalen und privaten Kontext:

Organisation:

Abbildung Storm&Hutchins "Regenerative Leadership"

Privat:

Abbildung Storm&Hutchins "Regenerative Leadership"

Hier ein paar konkrete Tipps, wie du diese Methode für dich selbst anwenden kannst:

  1. Wähle ein geeignetes Visualisierungswerkzeug: Es gibt verschiedene Tools und Techniken zum Ecosystemic Mapping, je nach deinen spezifischen Anforderungen und Vorlieben. Ich nutze gerne Mural für Visualisierungen aller Art. Miro bietet sogar eine Ecosystemic Mapping Vorlage. Alternativ kannst du spezialisierte Ecosystem-Mapping-Tools in Betracht ziehen, die spezifisch für diese Art von Aufgabe entwickelt wurden. Oder du nutzt ganz "old school" Buntstifte und Papier oder Post-Its. Wähle ein Werkzeug, das es dir erlaubt, Beziehungen klar darzustellen und flexibel zu bearbeiten.

  2. Definiere dein Ökosystem: Bevor du mit der Map beginnst, ist es wichtig, ein klares Verständnis von deinem spezifischen Ökosystem zu haben. Identifiziere die äußeren und inneren Hauptakteure und Dynamiken, die in deinem System (z.B. in deiner Organisation oder in deinem persönlichen Lebenskontext) eine Rolle spielen. In deiner Organisation im Äußeren sind das z.B. Kund:innen, Lieferant:innen, Investor:innen, Kooperationspartner:innen, Netzwerke etc. Im Inneren können das die Führungskräfte, Kolleg:innen, aber auch die Unternehmenskultur, das Stresslevel, die Grundstimmung, die Work-Life Balance, Weiterbildungsoptionen etc. sein.

  3. Ordne deine Akteure und Dynamiken an: Beginne mit der Platzierung deiner Akteure auf deiner Mapping-Oberfläche. Du kannst beispielsweise Kreise, Kästchen oder andere Symbole verwenden, um die Akteure darzustellen. Positioniere die Akteure so, dass ihre Relevanz und ihr Einfluss innerhalb des Systems widergespiegelt werden. Verwende hierarchische oder andere strukturelle Ansätze, um die Anordnung zu gestalten. Laura Storm z.B. platziert die äußeren Akteure und Dynamiken links und die inneren Akteure und Dynamiken rechts (siehe Beispiel oben).

  4. Zeichne Beziehungen ein: Nachdem du deine Akteure platziert hast, verbinde sie mit Linien oder Pfeilen, um die Beziehungen zwischen ihnen darzustellen. Verwende verschiedene Arten von Verbindungen, um unterschiedliche Arten von Beziehungen zu kennzeichnen. Zum Beispiel könnten gestrichelte Linien auf potenzielle Beziehungen hinweisen, während feste Linien bestehende Beziehungen repräsentieren. Verwende auch unterschiedliche Farben, um verschiedene Arten von Akteuren oder Beziehungen zu unterscheiden. So könnten rote Linien schwierige, gelbe neutrale und grüne positive Beziehungen darstellen.

  5. Stelle Fragen und ziehe Schlüsse: Schaue dir jetzt deine Map genau an. Was ist überraschend? Was fühlt sich gut an? Wo fühlst du Schwere oder Traurigkeit? Welche Dynamiken haben den größten Einfluss auf das Wohlergehen deiner Organisation? Wo sind die Stellschrauben für Veränderung? Welche Beziehungen brauchen mehr Aufmerksamkeit, welche solltest du bzw. solltet ihr loslassen? Was könntest du persönlich konkret als nächstes tun? Am besten, ihr schaut auch gemeinsam als Team oder als Familie auf euer Ökosystem und beschließt gemeinsam, welche Veränderung ansteht.

Ecosystemic Mapping ist eine tolle Methode, um komplexe Ökosysteme zu visualisieren und zu verstehen, egal ob dein persönliches Ökosystem oder dein Business Ökosystem. Die Visualisierung von Akteuren und Beziehungen ermöglicht dir die eingangs erwähnte Vogelperspektive und hilft dir die "Akupunkturpunkte" für eine nachhaltige Veränderung zu finden.

Twin-Tipp: Ein Ökosystem ist ein dynamisches System, das sich im Laufe der Zeit ändert. Es ist wichtig, deine Ecosystemic Map regelmäßig zu aktualisieren, um Veränderungen und Entwicklungen in deinem Umfeld zu reflektieren. Neue Akteure könnten auftauchen, bestehende Beziehungen könnten sich verändern. Halte dich außerdem nicht mit dem Anspruch an Perfektion auf! Deine Ecosystemic Map wird nie perfekt sein;o) Sieh die Map einfach als Startpunkt für den Reflexionsprozess und entwickle sie, wie oben beschrieben, regelmäßig weiter.


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