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Special: Future Skills im Training -Wie jede Lernmaßnahme zum Übungsfeld für Future Skills wird

  • Autorenbild: Wilma Hartenfels
    Wilma Hartenfels
  • 12. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Future Skills entstehen nicht nur dann, wenn sie ausdrücklich auf der Agenda stehen. Sie entstehen vor allem durch die Art, wie wir lernen: durch Reflexion, Zusammenarbeit, Selbststeuerung, Feedback, psychologische Sicherheit und die Möglichkeit, eigene Stärken bewusst einzusetzen.

In unserer aktuellen Sonderfolge sprechen wir mit Claudia Suhr, Fachleitung Kompetenzorientierung bei der WBS Gruppe, darüber, wie Lernmaßnahmen so gestaltet werden können, dass sie neben Fachwissen ganz automatisch auch Zukunftskompetenzen stärken.


Highlights der Folge

  • Future Skills sind kein Zusatzthema, sondern können in jede Lernmaßnahme integriert werden.

  • Fachkompetenz und persönliche Kompetenzen sollten immer gemeinsam gedacht werden.

  • Reflexionskompetenz ist eine zentrale Metakompetenz, die Lernende befähigt, eigene Stärken und Entwicklungsfelder bewusst wahrzunehmen.

  • Das persönliche Erfolgsportfolio hilft Menschen zu erkennen, welche Kompetenzen sie bereits mitbringen und wie sie diese gezielt einsetzen können.

  • Selbstwirksamkeit entsteht, wenn Lernende Verantwortung für ihren Lernprozess übernehmen und erleben, dass sie mit ihren Fähigkeiten etwas bewirken können.

  • Formate wie eduScrum, kollegiale Fallberatung oder Wisdom of the Crowd machen Lernräume zu echten Übungsfeldern für Zusammenarbeit, Problemlösung und Lernfähigkeit.


Worum geht es in der Folge?

Ausgangspunkt der Folge ist die Frage, wie Unternehmen und Bildungsanbieter Future Skills stärken können, auch wenn dafür kein eigenes Trainingsbudget vorhanden ist. Denn häufig stehen fachliche oder technologische Themen im Vordergrund, zum Beispiel der aktuelle Fokus auf KI-Upskilling. Doch gerade in diesen Lernmaßnahmen stecken viele Möglichkeiten, Zukunftskompetenzen mitzudenken und mitzutrainieren.


Claudia beschreibt, dass jedes Fachtraining über die folgende Frage Potenzial für eine Entwicklung der eigenen Soft Skills bietet: "Was bedeutet gelingendes Handeln in diesem fachlichen Kontext?" Wer zum Beispiel Buchhaltung lernt, braucht nicht nur fachliches Wissen und Toolkompetenz, sondern auch Genauigkeit, analytisches Denken, Konzentration und Kommunikationsfähigkeit. Wer Social Media lernt, braucht neben Kreativität auch Analysefähigkeit, Zielgruppenverständnis und strategisches Denken.


Ein zentrales Thema der Folge ist außerdem die Metakompetenz "Reflexion". Lernende sollten immer wieder eingeladen werden, sich zu fragen: Welche Kompetenzen habe ich gerade eingesetzt? Was ist mir gut gelungen? Wo kann ich diese Stärke noch nutzen? Und was brauche ich, um beim nächsten Mal noch wirksamer zu handeln?


Besonders spannend ist Claudias Blick auf das persönliche Erfolgsportfolio. Jede Person bringt Erfahrungen, Stärken und bewältigte Herausforderungen mit. Wenn Lernräume diese Ressourcen sichtbar machen, entsteht nicht nur Kompetenzentwicklung, sondern auch Selbstwirksamkeit.

Gleichzeitig geht es um die Rolle von Trainerinnen und Lernbegleiterinnen. Statt Wissen nur zu vermitteln, können sie Räume schaffen, in denen Lernende Verantwortung übernehmen, gemeinsam Lösungen entwickeln, Feedback geben und ihre Zusammenarbeit reflektieren. So wird jede Lernmaßnahme zu einem Übungsfeld für Future Skills.


Konkrete Übungen und Formate aus dem Interview

  • Reflexionsfragen in Lernmaßnahmen einbauen: Was habe ich gerade gelernt? Welche Kompetenz habe ich eingesetzt? Wo kann ich diese Kompetenz noch nutzen?

  • Das persönliche Erfolgsportfolio sichtbar machen: Welche Stärken bringe ich mit? Welche Erfahrungen helfen mir? Was gelingt mir besonders gut?

  • Lernende Verantwortung übernehmen lassen: eigene Fragen formulieren, Entscheidungen in der Gruppe treffen, Feedback geben und den Lernprozess aktiv mitgestalten.

  • eduScrum nutzen: Lerninhalte in Sprints bearbeiten, Ergebnisse präsentieren und anschließend gemeinsam reflektieren, was gut funktioniert hat und was beim nächsten Mal anders laufen soll.

  • Retrospektiven durchführen: Nach einer Lernphase nicht nur das Ergebnis betrachten, sondern auch den Prozess, die Zusammenarbeit und die eingesetzten Kompetenzen.

  • Kollegiale Fallberatung einsetzen: Teilnehmende bringen eigene Herausforderungen ein und profitieren von den Perspektiven und Lösungsideen der Gruppe.

  • Pausen, Langeweile und offene Räume zulassen: So entstehen Kreativität, Selbstmanagement, Achtsamkeit und Resilienz nicht nebenbei, sondern als bewusster Teil guter Lernarchitektur.


 

Lust auf mehr? Hört hier rein in unsere aktuelle Folge auf Spotify und Apple Podcasts.

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