Special: Future Skills in Unternehmen - LIVE bei der Future Skills Week

Wie bleiben wir in einer Arbeitswelt, die sich durch KI und Digitalisierung immer schneller verändert, relevant – ohne dabei unsere menschlichen Fähigkeiten aus dem Blick zu verlieren?
Darüber haben wir in unserer Special-Folge von „Future Skills by Twins for Change“ im Rahmen eines Live Podcast-Interviews bei der Future Skills Week der Future Skills Alliance mit Nora Schönthal gesprochen. Nora ist Senior Vice President und Head of People and Organizational Growth bei der Merck Group und seit mehr als 20 Jahren im Bereich Talent, Leadership & Learning tätig. Gemeinsam werfen wir einen Blick darauf, welche Future Skills Unternehmen heute brauchen, warum Lernen viel stärker in den Arbeitsalltag integriert werden muss und weshalb gerade im Zeitalter von KI Fähigkeiten wie Zuhören, Kommunikation, Reflexion und Resilienz entscheidend bleiben.
Highlights der Folge
Future Skills sind mehr als Technologiekompetenz: Resilienz, Kommunikationsfähigkeit, Reflexion und der bewusste Umgang mit der eigenen Energie gewinnen an Bedeutung.
Lernen wird zunehmend zur Eigenverantwortung: Unternehmen können Rahmenbedingungen schaffen – die Verantwortung für die eigene Weiterentwicklung liegt aber auch bei den Mitarbeitenden.
„Seminar und Haken dran“ reicht nicht mehr: Lernen sollte niedrigschwellig, personalisiert und möglichst nah am konkreten Arbeitsalltag stattfinden.
KI kann Lernen und Performance Support enorm erleichtern – etwa durch personalisierte Lernangebote, KI-gestütztes Coaching oder virtuelle Rollenspiele.
Gleichzeitig dürfen wir unser eigenes Denken nicht an KI delegieren. Ein guter Output ist nicht automatisch mit echtem Verständnis und persönlicher Entwicklung gleichzusetzen.
Menschliche Fähigkeiten bleiben zentral: Zuhören, gute Gespräche führen, Beziehungen gestalten und andere für Ideen gewinnen.
Digital und analog gehören zusammen. Kreativität, Innovation und menschliche Verbindung entstehen vor allem durch persönliche Begegnungen und Räume für echten Austausch.
Lernen muss auf mehreren Ebenen stattfinden: bei einzelnen Menschen, in Teams und auf Ebene der gesamten Organisation.
Vom Lernprogramm zur echten Lernkultur
Eine zentrale Botschaft unseres Gesprächs: Die Art, wie wir lernen, muss sich verändern. Klassische Seminare haben weiterhin ihre Berechtigung – nicht zuletzt, weil dort Netzwerke und Beziehungen entstehen. Doch sie allein reichen nicht aus.
Stattdessen geht es darum, Lernen stärker in den Alltag zu bringen. Lernangebote müssen leicht zugänglich sein und möglichst genau dann zur Verfügung stehen, wenn Menschen sie benötigen. Gleichzeitig braucht es eine neue Lernhaltung: Mitarbeitende müssen zunehmend selbst entscheiden, welche Kompetenzen sie entwickeln möchten und wie sie ihre Fähigkeiten langfristig relevant halten.
Ein schönes Bild dafür liefert Nora im Interview: Das Unternehmen kann das Fitnessstudio bauen – die Gewichte heben müssen die Mitarbeitenden selbst.
KI eröffnet dabei völlig neue Möglichkeiten. Lernangebote können stärker personalisiert werden, KI-gestützte Coaches können bei konkreten Herausforderungen unterstützen und virtuelle Rollenspiele ermöglichen es, schwierige Gespräche in einem geschützten Raum zu trainieren.
Doch Nora weist auch auf eine wichtige Kehrseite hin: Je einfacher es wird, mithilfe von KI immer mehr Output zu produzieren, desto größer ist die Gefahr von Überforderung. Und wenn wir komplexe Ergebnisse innerhalb weniger Sekunden erzeugen können, stellt sich die Frage, wie viel davon wir tatsächlich selbst durchdrungen haben.
Deshalb braucht es neben Technologiekompetenz auch bewusste Räume zum Denken, Reflektieren und für den menschlichen Austausch. Gerade Fähigkeiten wie kritisches Denken, Zuhören, gute Gespräche führen, psychologische Sicherheit schaffen und Beziehungen gestalten werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.
Die vielleicht wichtigste Erkenntnis: Future Skills entstehen nicht durch möglichst viele zusätzliche Lernangebote. Entscheidend ist, Lernen so zu gestalten, dass Menschen Lust darauf haben, sich weiterzuentwickeln – und gleichzeitig genügend Raum bekommen, das Gelernte zu reflektieren und tatsächlich in neues Verhalten zu übersetzen.
Lust auf mehr? Hört hier rein in unsere aktuelle Folge auf Spotify und Apple Podcasts.
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